Gesund im Alter - bewusst essen


Broschüre, 15,5 x 22 cm, 196 Seiten, 1. Auflage 2003
Referate und Zusammenfassungen der SGE-Fachtagung


In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit


In den nächsten 30 Jahren wird sich die Zahl hochbetagter und damit auch pflegebedürftiger Personen in der Schweiz verdoppeln. Gesundheitsförderung und Prävention im Alter können die Lebensqualität fördern und Pflegebedürftigkeit teilweise vermeiden, wie gerontologische Forschungen zeigen.

Heute werden in der Schweiz etwa 80'000 pflegebedürftige Menschen in Heimen betreut. Auf Grund der demographischen Veränderung werde sich diese Zahl bis in 30 Jahren voraussichtlich mehr als verdoppeln, auf etwa 200‘000, schreibt Prof. Andreas Stuck von der Geriatrieabteilung des Berner Zieglerspitals in seinem Beitrag in «Gesund im Alter - bewusst essen». Gesundheitsförderung und Prävention könnten wesentlich dazu beitragen, die Selbständigkeit im Alter besser zu erhalten und dadurch Pflegeheimeinweisungen zu vermeiden. Zwar führten solche Programme am Anfang zu Mehrkosten, da zusätzliche fachliche Beratungen der älteren Personen erforderlich seien, aber bereits nach drei Jahren könnten durch die geringere Zahl von Einweisungen in Pflegeheime Kosten gespart werden.


Ernährungsdefizite im Alter

Ein wichtiger Eckpunkt der Gesundheitsförderung im Alter ist die richtige Ernährung. Gemäss dem Schweizerischen Ernährungsbericht ist in der Gruppe der 70- bis 75-Jährigen Mangelernährung weit verbreitet. Neben einem häufig anzutreffenden Proteinmangel steht es auch um die Versorgung mit einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen nicht zum Besten. Bei 15% der 70-75jährigen Senioren wurde ein Mangel an Vitamin D festgestellt, 20-40% weisen einen Folsäure- und Vitamin-B12-Mangel auf, und bei mehr als 40% ist die Versorgung mit den Vitaminen B1, B6 und mit Betacarotin ungenügend. Dr. Laurent Dukas von der Geriatrischen Universitätsklinik Basel weist in seinem Beitrag darauf hin, dass bei den über 75-Jährigen und bei Insassen von Pflegeheimen diese Mangelerscheinungen noch deutlich ausgeprägter seien. Isolation, Depressionen, Zunahme körperlicher Gebrechen und chronische Krankheiten, Demenz und Abnahme der Geruchs- und Geschmacksempfindungen seien die wesentlichen Ursachen. Er plädierte dafür, wenn nötig und für eine beschränkte Dauer mit Protein angereicherte Nahrungsmittel und Vitaminpräparate einzusetzen.

Diese Meinung vertritt auch Dr. Paolo Suter von der Medizinischen Poliklinik des Universitätsspitals Zürich. Da sich im Stoffwechsel verschiedener Vitamine im Alter charakteristische Veränderungen zeigten, sei eine Supplementierung in vielen Fällen unumgänglich.

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