Energiebedarf

Ich stelle fest, dass ich im Laufe der Jahre weniger essen darf, um mein Gewicht stabil zu halten. Warum?

Der Energiebedarf des Körpers wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Die wichtigsten davon sind der Grundumsatz (die Energie, die zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen des Organismus benötigt wird) und die körperliche Aktivität.

Der Grundumsatz selbst wird bestimmt durch Gewicht, Körpergrösse, Körperzusammensetzung (mehr oder weniger Muskeln oder Fett) und genetische Faktoren (z.B. das Geschlecht). Die Körperzusammensetzung eines Erwachsenen verändert sich mit dem Alter, der Grundumsatz geht zurück. Dies erklärt, warum sich selbst bei gleich bleibender körperlicher Aktivität der Energiebedarf im Laufe der Jahre vermindert. Dieser Minderbedarf beträgt im Schnitt 50 bis 100 kcal pro Lebensjahrzehnt.

Hinzu kommt mitunter ein Nachlassen der körperlichen Aktivität. Wichtig zu wissen: Auch wenn sich der Energieaufwand verringert, so bleibt doch der Bedarf an wesentlichen Nährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, essenzielle Fettsäuren und Proteine) im Alter konstant oder nimmt sogar zu.

 

August 2013

Gewichtsabnahme

Ich habe in der Apotheke ein frei verkäufliches Medikament gefunden, welches die Resorption der Fette verhindert. Ist dies eine wirksame Lösung, um abzunehmen?

Diese Art von Medikament stellt keine dauerhafte Lösung dar, um sein Gewicht in den Griff zu bekommen. Die Einnahme einer Pille vor jeder Mahlzeit verändert nicht die Lebensgewohnheiten, welche zur Gewichtszunahme geführt haben. Um abzunehmen und vor allem anschliessend sein Gewicht zu halten, ist es unerlässlich, seine Verhaltensweisen langfristig zu ändern: seine körperliche Aktivität zu erhöhen und/oder seine Energiezufuhr zu verringern. Natürlich verhindert diese Art von Medikament die Resorption eines Teils der Kalorien der Mahlzeiten, mit denen Sie es einnehmen (soweit die Mahlzeit Fette enthält). Und in diesem Sinne kann es zu einer geringen Gewichtsabnahme führen. Aber ohne Veränderung Ihrer Ernährung und Ihrer Lebensweise werden Sie die verlorenen Kilos sehr schnell wieder zunehmen, sobald Sie mit der Einnahme des Medikaments aufhören. Das Gleiche gilt für die – ebenfalls frei verkäuflichen – Medikamente, welche die Resorption der Kohlenhydrate reduzieren.

Mai 2015

Light-Produkte

Es gibt zahlreiche Light-Produkte zu kaufen. Sind sie überhaupt gesund und notwendig?

Der Begriff «light» ist gesetzlich nicht definiert. Häufig, aber nicht immer, handelt es sich bei Light-Produkten um Nahrungsmittel, die im Vergleich zu «normalen» Produkten weniger Energie aufweisen. Diese Kalorienreduktion kommt durch einen verringerten Gehalt an Fett, Stärke oder Zucker zustande. In Anbetracht dessen, dass wir in der Schweiz zu viel Zuckerhaltiges und zu fett essen, helfen Light-Produkte theoretisch, diese beiden Inhaltsstoffe in der Nahrung zu reduzieren. Weniger Zahnkaries, weniger Gewichtsprobleme und eine ausgewogenere Ernährung könnten die positiven Ergebnisse sein. Die Erfahrung zeigt aber, dass man – beispielsweise bei Butter oder Margarine – dazu neigt, vom «leichten» Produkt viel mehr zu essen als von den kalorienhaltigeren. Bei manchen steigert ein süsses Light-Produkt sogar den Appetit. So gesehen sind Light-Produkte teure Alternativen.

Eigentlich sind Light-Produkte ein typisches Zeichen unserer Wohlstandsgesellschaft, denn wir zahlen lieber einen höheren Preis, als dass wir bereit wären, unsere Gewohnheiten zu ändern. Gesundheitsschädigend sind sie aber auf keinen Fall. Sie können helfen, den Fett und Zuckergehalt der Mahlzeiten zu senken, aber es meist geht es auch ohne sie. Wenn man:

  • Getränke langsam immer weniger stark süsst (ein Glas Limonade enthält 5 Würfelzucker!)
  • Bei Milchprodukten wie Vollmilch oder vollfettem Käse Mass hält (nicht liter- oder hundertgrammweise konsumieren)
  • Naturjoghurt mit frischen Früchten zubereitet (ein kleiner Becher Früchtejoghurt enthält 4-5 Würfelzucker!)
  • Selber zubereitete Desserts und Gebäck nur mit der halben Zuckermenge versieht, evtl. auch einen Teil mit kalorienfreien Süssmittel ersetzt
  • Wurstwaren sparsam verwendet
  • Saucen anstatt mit Vollrahm mit Kaffeerahm, saurem Halbrahm oder Milch zubereitet.

Januar 1994, überarbeitet September 2011

Rauchstopp und Gewichtszunahme

Ich möchte mit dem Rauchen aufhören. Muss ich mit einer Gewichtszunahme rechnen?

Raucher haben einen leicht erhöhten Energieverbrauch von durchschnittlich 200 kcal pro Tag. Dies entspricht z. B. einem halben Liter Süssgetränk oder einer Handvoll Erdnüsse. Rauchen setzt zudem die Insulinwirkung herab und wirkt appetithemmend.

Wer mit Rauchen aufhört, hat häufig mit einer Gewichtszunahme zu kämpfen. Dies hat verschiedene Gründe. Bei Ex-Rauchern sinkt nicht nur der Energiebedarf, auch der Appetit, der früher oft durch eine Zigarette gedämpft wurde, macht sich stärker bemerkbar. Dazu kommt, dass die Insulinsensitivität wieder zunimmt und die Fetteinlagerung begünstigt wird. Ein weiterer Grund für die Zunahme ist bei einigen Betroffenen, dass die Zeit, in der geraucht wurde, gelegentlich mit Essen kompensiert wird.

Wer mit Rauchen aufhören möchte, sollte gut vorbereitet sein. Es lohnt sich, die Ess- und Bewegungsgewohnheiten vorgängig zu optimieren, evtl. betreut durch eine dipl. Ernährungsberaterin. Längerfristige, körperliche Bewegung kann sich sehr günstig auf den Gewichtsverlauf nach einem Rauchstopp auswirken. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Früchten, Vollkorn-Produkten und wenig fett- und zuckerreichen Lebensmitteln sollte bereits vor der letzten Zigarette Gewohnheit sein. So kann eine Gewichtszunahme erfolgreich vorgebeugt werden.

Januar 2017