Projekt «Healthy Choice Label»


Die Lebensmittelkennzeichnung ist eine wichtige Orientierungshilfe für Konsumentinnen und Konsumenten. Die WHO hat bereits 2003 erklärt, dass die Nährwertkennzeichnung ein wichtiges Mittel ist, um die Wahl und den Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln zu vereinfachen. In der «Global strategy on diet diet, physical activity and health» postuliert sie, dass genaue, standardisierte und verständliche Informationen über den Inhalt von Lebensmitteln nötig sind, um eine gesündere Wahl zu treffen.

Viele Schweizer erachten eine gesunde Ernährung als wichtig (Rudolph & Glas, 2008), doch bei der Umsetzung hapert es. Gemäss dem letzten Schweizerischen Ernährungsbericht (Eichholzer et al, 2005) isst der Durchschnittsschweizer weiterhin zu viel, zu süss, zu fettig und zu salzig. Als wichtigste Hindernisse, die Ernährungsempfehlungen einzuhalten, werden von den Schweizern vor allem Disziplin, Zeit, Aufwand und in geringerem Masse auch die Kosten erwähnt (Rudolph & Glas, 2008; Coop, 2009). Dies widerspiegelt sich auch darin, wie viele Schweizer die Ernährungsinformationen auf Verpackungen lesen. Laut einer ACNielsen-Studie (2008) tun dies lediglich 9%. 36% lesen diese Informationen immerhin, wenn sie ein Produkt zum ersten Mal kaufen, 10%, wenn sie Produkte für ihre Kinder kaufen und 24%, wenn sie Zeit haben. Ganze 14% lesen Ernährungsinformationen auf Verpackungen nie. Übergewichtige lesen Nährwertdeklarationen ausserdem weniger häufig als Normalgewichtige (Schlup, 2005).

Leider gibt mehr als die Hälfte der Schweizer an, dass sie die Ernährungsinformationen auf Verpackungen nur teilweise oder gar nicht verstünden (ACNielsen, 2008). Dies deckt sich mit der Erkenntnissen einer Studie des ISPM Zürich (2007), dass viele Schweizer (38% in D-CH, 41% in F-CH, 47% in I-CH) die Wahl eines qualitativ hochstehenden Lebensmittels als komplexe Entscheidung betrachten und Lebensmitteletiketten sogar weniger einfach als Medikamenten-Beipackzettel verstanden werden.

Massnahmen zur Verbesserung der Verständlichkeit von Ernährungsinformationen auf Verpackungen sind daher dringend nötig. Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat dafür im Rahmen des Nationalen Programms Ernährung und Bewegung NPEB der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung den Auftrag erteilt, die Grundlagen zur Einführung eines einheitlichen und einfach verständlichen Lebensmittel-Labels zu erarbeiten.

Die SGE hat dazu in einem ersten Schritt bei bestehenden Label-Organisationen aus dem In- und Ausland eine Befragung durchgeführt. Die Bestandesaufnahme kann weiter unten kostenlos heruntergeladen werden.

Die SGE ist auf Basis der Erkenntnisse der ersten Projektphase zum Schluss gekommen, dass die Entwicklung eines neuen und rein schweizerischen Labels wenig Sinn macht und empfiehlt die Kooperation mit einer bestehenden Label-Organisation.

Zu diesem Zweck prüfte eine Expertengruppe die Kriterien des Europäischen Labels «Choices». Dabei wurde v.a. deren Eignung für den Schweizer Lebensmittelmarkt, Kompatibilität mit dem Schweizer Lebensmittelrecht sowie Übereinstimmung mit den Schweizer Ernährungsempfehlungen und -gewohnheiten überprüft.

Interessierte Kreise konnten bis zum 31. März 2010 der SGE ihre Kommentare zur Einführung eines «Healthy Choice Labels» in den Schweizer Lebensmittelmarkt, zu einer Kooperation mit der Label-Organisation «Choices» und zu den Kriterien des Labels «Choices» zukommen lassen. Diese werden derzeit ausgewertet.


Bestandesaufnahme

> «LABEL INVENTORY» (FULL REPORT, ENGLISH) (PDF, 5.4 MB)

> ZUSAMMENFASSUNG (DEUTSCH) (PDF, 41 KB)

> SUMMARY (ENGLISH) (PDF, 45 KB)


Medienmitteilungen

> MEDIENMITTEILUNG VOM 02.06.2009 (PDF, 44 KB)
> MEDIENMITTEILUNG VOM 13.01.2010 (PDF, 40 KB)


Letzte Aktualisierung: 13.04.2010