Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE hat im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG von 2011 bis 2013 untersucht, wie Konsumenten besser dabei unterstützt werden können, gesund und ausgewogen einzukaufen. Die Projekte sind abgeschlossen, sämtliche erarbeiteten Unterlagen können jedoch hier eingesehen werden.

 

Gesund vs ungesund: Sinn und Unsinn einer Unterscheidung zwischen gesunden und ungesunden Lebensmitteln

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE hat in den vergangenen Jahren im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG verschiedene Projekte zur Unterstützung des Konsumenten bei der gesunden Lebensmittelwahl durchgeführt. Ein wichtiger Aspekt, der sich im Verlauf der Arbeiten herauskristallisierte, ist jener einer einheitlichen Kommunikation.

Alle relevanten Akteure rund um Ernährung, Ernährungsbildung und Ernährungskommunikation sollten dieselben Botschaften und Empfehlungen vermitteln, damit verständliche Informationen an den Konsumenten gelangen.

In diesem Zusammenhang hat die SGE im April 2013 zu einem Workshop eingeladen, um die Kommunikation rund um „gesund versus ungesund“ zu reflektieren und diskutieren.

Der Bericht zu diesem Workshop kann weiter unten bei den Projektdokumenten heruntergeladen werden.

Stand: 30.7.2013

 

Workshop & Fokusgruppen: Unterstützung bei der gesunden Lebensmittelwahl

Im Bericht „Die gesunde Lebensmittelwahl: Was wissen wir über den Konsumenten und die Konsumentin in der Schweiz?“ zeigte die SGE letztes Jahr den Missstand zwischen Bedürfnis und Befähigung bei den Konsumenten bezüglich der gesunden Lebensmittelwahl auf. Konsumentinnen und Konsumenten kaufen gerne gesund und ausgewogen ein, doch jede zweite Person hat Mühe damit, die Ernährungsinformationen auf Verpackungen zu verstehen.

Die SGE hat daraufhin im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG drei halbtägige Workshops mit relevanten Stakeholdern aus den wichtigsten Sektoren (u.a. Konsumentenschutz, Lebensmittelindustrie, Wirtschaft, Politik, Gesundheit) durchgeführt. Dabei konnten insgesamt rund 400 konstruktive und kreative Ideen und Anregungen zusammengetragen werden. Begleitete Einkaufstouren mit Ernährungsfachpersonen, vorgefertigte Einkaufslisten oder doppelte Cumulus- bzw. Superpunkte für ausgewogene Einkäufe sind nur wenige Beispiele davon. Zwischen den verschiedenen Stakeholder-Gruppen gab es erfreulicherweise viele Gemeinsamkeiten.

Die Konsumentinnen und Konsumenten ihrerseits erhoffen sich von der einheitlichen Darstellung von Ernährungsinformationen auf Verpackungen sowie einer strategisch klugen Platzierung von gesunden Produkten in den Läden am meisten Unterstützung bei der Lebensmittelwahl. Für die Gemeinschaftsverpflegung (v.a. im Schulbereich) sehen sie das grösste Potential bei Qualitätsvorgaben, einem Label für ausgewogene Menüs und einer „gesunden“ Platzierung des Angebots in Kantinen. Dies zeigte sich Rahmen von Fokusgruppen-Diskussionen, welche in der Deutschschweiz, der Romandie wie auch dem Tessin durchgeführt wurden.

Die Publikation der beiden Berichte zu den Workshops und den Fokusgruppen bildet den vorläufigen Abschluss des BAG-Auftrages „Konsumenteninformation“. Die Resultate stehen dem BAG nun zur Verfügung, um zukünftige Massnahmen zu erarbeiten und umzusetzen, mit denen die Konsumenten in der Schweiz besser in der gesunden Wahl unterstützt werden können.

Stand 26.03.2013

 

Vision: Wie können die Konsumenten und Konsumentinnen in der Schweiz bei der gesunden Lebensmittelwahl besser unterstützt werden?

Die SGE will erreichen, dass sich alle Konsumentinnen und Konsumenten gesund, ausgewogen und genussvoll ernähren können. Doch jede zweite Person hat Mühe damit, die Ernährungsinformationen auf Verpackungen zu verstehen und jeder fünfte bekundet Mühe damit zu beurteilen, was eine gesunde oder ungesunde Ernährung ist bzw. findet die Empfehlungen widersprüchlich. Weit verbreitet ist auch die irrtümliche Meinung, dass gutes und gesundes Essen weder schmecken noch günstig sein kann und es aufwändig ist, sich gesund zu ernähren. Viele der von den Konsumenten genannten Hindernisse deuten darauf hin, dass der Wille grösser ist als das Können, Ernährungsempfehlungen umzusetzen.

Aus diesem Grund hat die SGE eine Vision formuliert und an Stakeholder-Workshops Ideen gesammelt, wie Konsumenten in der Schweiz besser unterstützt werden könnten. Die Ideen wurden danach Konsumenten im Tessin, der Romandie und der Deutschschweiz vorgestellt. Die Reaktionen der Konsumenten werden nun in einem Bericht zusammengefasst. Dieser erscheint anfangs nächstes Jahr.

Die SGE-Vision zur gesunden Lebensmittelwahl:

  • Gesund essen macht Spass und schmeckt.
  • Gesund einkaufen und essen ist überall möglich.
  • Gesund einkaufen, essen und kochen braucht weder viel noch mehr Zeit.
  • Gesund einkaufen, kochen und essen ist nicht teu(r)er.
  • Kochen und Ernährung sind ebenso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen.
  • Lebensmittelverpackungen sind kein Buch mit sieben Siegeln.
  • Unverarbeitete Lebensmittel werden mindestens genau so stark beworben wie verarbeitete.
  • Alle ziehen am selben Strang und kommunizieren dieselben Botschaften.

Stand: 30.10.2012

 

Literaturrecherche: Konsumenten verstehen Informationen auf Lebensmittelverpackungen nicht

Jede zweite Person hat Mühe damit, die Ernährungsinformationen auf Verpackungen zu verstehen. Die meisten Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz kaufen aber gerne gesund und ausgewogen ein. Zu diesem Schluss kommt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE in ihrem Bericht „Die gesunde Lebensmittelwahl: Was wissen wir über den Konsumenten und die Konsumentin in der Schweiz?“. Darin beurteilt die SGE die Situation als unbefriedigend.

Die im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG durchgeführte Recherche deutet auf ein grosses Interesse der Konsumenten am Thema Ernährung hin. Drei von vier Konsumenten interessieren sich für die Zusammensetzung eines Produktes und 71% geben an, beim Kauf von Lebensmitteln auf Ausgewogenheit und Gesundheit Wert zu legen. Doch weniger als die Hälfte liest die Nährwert- und andere Ernährungsinformationen auf den Verpackungen. Die SGE befürchtet, dass viele Konsumenten den gesundheitlichen Wert und die Ausgewogenheit eines Produktes nicht richtig beurteilen können.

Jeder zweite Konsument versteht die ernährungsbezogenen Informationen auf den Verpackungen nicht vollständig und jeder fünfte bekundet Mühe damit zu beurteilen, was eine gesunde oder ungesunde Ernährung ist bzw. findet die Empfehlungen widersprüchlich. Weit verbreitet ist auch der Irrtum, dass gutes und gesundes Essen weder schmecken noch günstig sein kann und es aufwändig ist, sich gesund zu ernähren. Viele der von den Konsumenten genannten Hindernisse deuten darauf hin, dass der Wille grösser ist als das Können, Ernährungsempfehlungen umzusetzen.

Die SGE ist der Meinung, jede und jeder soll sich gesund, ausgewogen und genussvoll ernähren können. Es geht darum, den Konsumentinnen und Konsumenten ausreichend Kompetenzen zu vermitteln und verständliche, leicht zugängliche Informationen zur Verfügung zu stellen, damit sie befähigt werden, eine informierte, sachkundige und gesunde Wahl zu treffen. Besonders wichtig ist dabei, dass alle relevanten Akteure am selben Strang ziehen und dieselben Botschaften und Empfehlungen vermitteln.

Stand: 29.5.2012

 

Projektstart

Viele Schweizer erachten eine gesunde Ernährung als wichtig und möchten über den Inhalt von Lebensmitteln informiert sein. Doch bei der Umsetzung hapert es. Als wichtigste Hindernisse, die Ernährungsempfehlungen einzuhalten, werden von den Schweizern vor allem Disziplin, Zeit, Aufwand und in geringerem Masse auch die Kosten erwähnt. Es erstaunt daher nicht, dass nur 9% der Schweizer konsequent die Ernährungsinformationen auf Lebensmittelverpackungen lesen und ganze 14% diese sogar nie lesen. Immerhin ein Drittel liest die Informationen beim Kauf eines neuen Produktes. Viele Schweizer (38% in D-CH, 41% in F-CH, 47% in I-CH) betrachten die Wahl eines qualitativ hochstehenden Lebensmittels jedoch als komplexe Entscheidung und verstehen Lebensmitteletiketten sogar weniger gut als Medikamenten-Beipackzettel.

Die Verbesserung der Konsumenteninformation ist ein wichtiges Anliegen vom Bundesamt für Gesundheit BAG und der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. Das BAG hat die SGE deshalb beauftragt, in Zusammenarbeit mit wichtigen Akteuren Vorschläge zu erarbeiten und testen, welche die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz bei der gesunden Lebensmittelwahl unterstützen können.

Einleitend wird nun zuerst die Situation in der Schweiz mittels einer Literaturrecherche erfasst. Folgende Fragen und Themenbereiche werden dabei untersucht:

  • Worauf achtet die Konsumentin / der Konsument in der Schweiz beim Kauf von Lebensmitteln?
  • Wie wichtig ist der Konsumentin / dem Konsumenten in der Schweiz die «gesunde Wahl»?
  • Welche Faktoren fördern / verhindern die «gesunde Wahl» der Konsumentin / des Konsumenten in der Schweiz?
  • Welche unterstützenden Massnahmen wurden in der Schweiz bereits getestet/umgesetzt? Wann, von wem, bei wem, mit welchem Resultat?
  • Gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Sprach-/Kulturregionen der Schweiz?
  • Welchen Einfluss haben gesundheitliche und sozioökonomische Faktoren wie z.B. BMI, Herkunft, Bildung oder Einkommen?

Über die Resultate dieser Recherche wird zu gegebener Zeit an dieser Stelle informiert werden

Stand: 22.3.2011