Thema des Monats:

Vitamin D

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Bis vor Kurzem verliess man sich vor allem auf das Sonnenlicht, dessen UVB-Strahlen es dem Körper ermöglichen, selbst reichlich Vitamin D zu bilden. Doch mittlerweile wird immer klarer, dass die Son­ne dazu im heutigen Alltagsleben und insbesonde­re im Winter kaum eine Chance hat.

Als zuerst in England und später auch in anderen Industriezentren des 18. und 19. Jahrhunderts die Knochen von heranwachsenden Kindern nicht ge­nügend härteten und sich ihre Ober- und Unter­schenkel unter dem wachsenden Druck des Kör­pergewichtes zu deformierten O- oder X-Beinen verbogen, ahnte zuerst niemand die Ursache die­ser auch «englische Krankheit» genannten Rachi­tis. Der polnische Arzt Jedrzej Sniadecki wies 1822 nach, dass Kinder in den sonnenreichen Aussen­bezirken von Warschau weit seltener an diesem rätselhaften Leiden erkrankten als im versmogten Zentrum der polnischen Metropole. Er entwickelte Sonnenkuren, die in ähnlicher Form bald auch in der Schweiz bekannt wurden. So entstanden bei­spielsweise in Unterägeri im Kanton Zug «Heilstät­ten für scrophulöse und rachitische Kinder», und Auguste Rollier baute das kleine Leysin im Kanton Waadt zum international bekannten Zentrum für die damals vielbeachteten Lichtkuren aus, die ne­ben Rachitis auch bei Tuberkulose halfen.

Dass neben Licht auch Lebertran gegen die tücki­sche Knochenverformung hilft, konnten Forschun­gen bereits 1824 nachweisen. Allerdings sollte es fast 100 Jahre dauern, bis der amerikanische Vitaminforscher Elmer McCollum in dem penet­rant schmeckenden Öl aus der Leber von Dorsch, Kabeljau oder Schellfisch die eigentlich wirksame Anti-Rachitis-Substanz aufspürte. Weil damals be­reits drei lebenswichtige Lebensmittelsubstanzen entdeckt und als sogenannte Vitamine A, B und C benannt worden waren, erhielt der Lebertran-Wirkstoff den vierten Buchstaben im Alphabet – das Vitamin D war geboren.

Was damals noch niemand wusste: Dieses Vita­min ist eigentlich gar keines, sondern ein Hormon. Definitionsgemäss kann ein Vitamin vom mensch­lichen Stoffwechsel nicht oder nur unzureichend hergestellt werden. Ein gesunder Mensch ist aber durchaus in der Lage, Vitamin D zu bilden, zumin­dest bei genügend UVB-Strahlen im Sonnenlicht und wenn die Haut ausreichend Zeit und Gelegen­heit hat, in den Genuss dieser Sonnenstrahlen zu kommen. An sonnigen Tagen reicht es bereits, nur die Hände und das Gesicht während circa 20 Minuten im Sommer und 40 Minuten im Herbst der Sonne auszusetzen.

Und was passiert im Winter: In unseren Regionen ist es zwischen November und Ende April so gut wie aus­geschlossen, allein über die Sonne genug Vitamin D zu bilden. Selbst beim Wintersport in den sonnigen Bergen gibt es trotz intensiverer UVB-Strahlung keine Chance, für die nötige Vitamin-D-Dosis zu sorgen. Zwar steigt pro 1000 Höhenmeter die UVB-Ausbeute um etwa 10 Prozent an, und der Schnee verdoppelt durch die Reflexion der Son­nenstrahlen die UV-Intensität. Doch da im Winter UVB-Strahlen grundsätzlich kaum vorhanden sind, reicht selbst ein Mehrfaches an Strahlen nicht, um die Vitamin-D-Ausbeute wesentlich zu verbessern. Zumal Kälte und grelles Licht dazu zwingen, sich gut einzupacken und das Gesicht mit einer grossen Sonnenbrille zu schützen: das Aus für die körpereigene Vitaminproduktion.

Den ganzen Artikel finden Sie im aktuellen tabula 3/14.

Aktuelles der SGE:

„Am Arbeitsplatz“ – neue Rubrik auf der Homepage der SGE

Rund 4,5 Mio. Erwerbstätige zählt die Schweiz. Viele Faktoren, welche die Gesundheit beeinflussen, sind von der Arbeit selbst oder den Rahmenbedingungen abhängig. Die SGE bietet in der neuen Rubrik «Am Arbeitsplatz» Informationen und Dienstleistungen für Arbeitnehmende und Arbeitgebende zur Thematik der betrieblichen Gesundheitsförderung: www.sge-ssn.ch/arbeitsplatz oder senden Sie ein E-Mail an arbeitsplatz@sge-ssn.ch.

Kurz notiert:

Leichtfüssig durch den Alltag

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Zu Jahresbeginn nehmen wir uns vieles vor: gesund zu essen, regelmässig zu joggen und sämtliche Termine im Griff zu haben. Doch meistens vergehen ein paar Wochen und alles ist beim Alten. Jetzt gibt es Hilfe in Form einer Agenda. „Simpul“ heisst sie und ist so gestaltet, dass sich sowohl berufliche und private Termine wie auch die Zeiten für regelmässige Bewegung, wohltuende Entspannung und ausgewogene Ernährung einplanen lassen. Die Agenda wurde von der Walliser Ernährungsberaterin Nadia Schwestermann und dem Berner Leichtathletik-Trainer Michael Pfanner entwickelt. Die bereits publizierte simpul-teacher-Agenda wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE fachlich unterstützt. Die restlichen Agenden werden zurzeit überarbeitet und ab November 2014 erhältlich sein. Gespickt mit Tipps für geeignete Zwischenmahlzeiten, Kraft- und Entspannungsübungen im Büro begleitet die Agenda ihre Nutzer durch den Alltag. Erhältlich ist sie in den Ausführungen Business, Shift, Lifestyle, Blank und Teacher.

Infos und Bestellung: www.simpul.ch

 


Charlotte, die kunterbunte Abenteuerin

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„Charlotte, die kunterbunte Abenteuerin“ ist ein Märchen für Kinder von 3 bis 12 Jahren; herausgegeben vom Freiburgischen Roten Kreuz.

Charlotte ist ein Mädchen, das sich nicht gerne bewegt und auch nicht gerne isst. Sein Teller bleibt weiss wie es selber. Doch dann im Traum begegnen ihm 2 Gestalten, die ihm helfen, die Farben wiederzufinden. Doch dafür muss Charlotte zuerst vier Abenteuer bewältigen.

Eine bunte und lustige Geschichte, die Kindern Lust und Freude am Probieren und Bewegen machen möchte.

Preis: CHF 12,00; Bezugsquelle: Freiburgisches Rotes Kreuz, G.-Techtermann 2, 1700 Freiburg, 026 347 39 58,service.sante@croix-rouge-fr.ch

 


Broschüre und Indikatorenbericht Ernährung und Bewegung Schweiz

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Die aktualisierte Version der Broschüre „Ernährung und Bewegung in der Schweiz 2014“ des MOSEB (Monitoring-System Ernährung und Bewegung des Bundesamtes für Gesundheit) ist verfügbar. Als handliches Nachschlagewerk für Fachpersonen stellt sie 21 ausgesuchte Indikatoren zum Thema Ernährung und Bewegung vor. Zudem ist die 7. Aktualisierung der Indikatoren des MOSEB zum gleichen Thema abgeschlossen. Die neuesten Ergebnisse dieser beiden Publikationen zeigen, dass der Anteil an Adipösen in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Gleichzeitig bewegen sich mehr Personen körperlich ausreichend als früher. Die Ernährungsempfehlungen für den Früchte- und Gemüsekonsum werden von der grossen Mehrheit jedoch nicht erreicht. Neu in der Broschüre abgebildet sind die Kosten, die durch Inaktivität verursacht werden.

Die Broschüre kann ab sofort kostenlos in gedruckter Form bestellt werden (für die Verteilung an Studierende, Mitarbeitende, Mitglieder etc.). Die Indikatoren können auf der Homepage des MOSEB einzeln online aufgerufen werden. Beide Dokumente sind auch online als pdf verfügbar:

Broschüre: http://www.bag.admin.ch/shop/00012/00573/index.html?lang=de

Indikatorenbericht:
http://www.bag.admin.ch/themen/ernaehrung_bewegung/05190/07835/index.html?lang=de

 


Gesundheitliche Aspekte des Fleischkonsums – Stellungnahme der Eidgenössischen Ernährungskommission zur aktuellen epidemiologischen Datenlage

Die in diesem Bericht zusammengefasste Evidenz aus Kohortenstudien lässt ableiten, dass für rotes Fleisch und v.a. für Fleischprodukte (verarbeitetes Fleisch) gesundheitlich negative Langzeitwirkungen auf Sterblichkeit, kardiovaskuläre Erkrankungen, bestimmte Formen von Krebs wie Dickdarmkrebs und Diabetes Typ 2 angenommen werden müssen.

Bei der Beurteilung der gesundheitlichen Langzeitwirkung von Fleischkonsum ist es wichtig, zwischen unverarbeitetem frischem Fleisch und verarbeitetem Fleisch zu unterscheiden. Die ungünstigen gesundheitlichen Wirkungen wurden meist in stärkerem Ausmass beim Konsum von verarbeitetem Fleisch und weniger ausgeprägt oder nicht signifikant beim Konsum von unverarbeitetem rotem Fleisch beobachtet. Es ist nicht bekannt, ob die verschiedenen Arten von Fleischprodukten oder Zubereitungsformen den gleichen gesundheitlichen Effekt haben.

Zum Bericht

 


Prävention durch Ernährung: Leitlinienentwurf zur Fettzufuhr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. lädt zur Diskussion

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. erarbeitet für zentrale Fragestellungen im Rahmen ihrer Zielsetzungen für die Prävention durch Ernährung evidenzbasierte Leitlinien, die auf einer systematischen Literaturrecherche basieren.

Der Leitlinienentwurf zur Fettzufuhr ist im Internet unter www.dge.de/rd/leitlinie/ bis zum 08.12.2014 einsehbar. Die DGE lädt zu einer konstruktiven Diskussion ein und bittet um Kommentare.


„Beelong“

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Das neue Beurteilungssystem „Beelong“, entwickelt von der Hotelfachschule Lausanne, ermöglicht es Küchenchefs, ihren Wareneinkauf anhand folgender ökologischer Kriterien zu bewerten: Herkunft und Saison der Lebensmittel, Produktionsbedingungen, Verarbeitungsgrad des Produktes, Klimarelevanz und Ressourcenverbrauch.

Ein einzelnes Lebensmittel, ein Gericht aber auch der gesamte Einkauf kann bezüglich seines Einflusses auf die Umwelt mit einer Note zwischen A und G beurteilt werden:

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Weitere Informationen erhalten Sie hier (nur auf Französisch): www.beelong.ch

 


Ernährung macht Schule

Die Frage der «richtigen» Ernährung hat in den vergangenen Jahren in der Schweizer Volksschule stark an Bedeutung gewonnen. Die Absicht, durch die Schule die Essgewohnheiten der Kinder zu beeinflussen, ist allerdings nicht neu. Bereits im 19. Jahrhundert wurde versucht, den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von (gesunden) Nahrungsmitteln beizubringen. Die neuste Ausgabe der Berner Zeitschrift für Geschichte (No. 3/14) zeigt an ausgewählten Beispielen, wie sich das Verhältnis von Schule und Ernährung in den letzten 200 Jahren entwickelt hat.

Publikation bestellen: http://www.bezg.ch/html/bezg-online

 

Impressum

Herausgeber:
© Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE

Autoren:
SGE-Geschäftsstelle

Kontakt:
nutrinfo® – Informationsdienst für Ernährungsfragen (kostenlos)
Tel. +41 31 385 00 08 (Montag – Freitag, 8.30 – 12h)
nutrinfo-d(at)sge-ssn.ch

Über die SGE:
Die SGE ist die nationale Organisation für Ernährungsfragen der Bevölkerung und der Fachwelt. Sie ist eine gemeinnützige Organisation mit über 7000 Mitgliedern und Abonnenten.

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