Laut Schweizer Ernährungsstrategie 2017-2024 weicht das Essverhalten bei einem grossen Anteil der Bevölkerung deutlich von den Schweizer Ernährungsempfehlungen ab. In der Folge sind Übergewicht und Adipositas weit verbreitet. Besorgniserregend ist auch die Zunahme an nichtübertragbaren Krankheiten (NCD) wie Krebs, Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen. Diese bedeuten nicht nur grosses Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern verursachen auch enorme Kosten im Gesundheitssystem.

Bereits heute werden rund 80% der Gesundheitskosten durch NCDs verursacht – mit steigender Tendenz. Die NCDs stellen die häufigste Todesursache in der Schweiz dar, viele der Risikofaktoren der NCDs stehen mit der Ernährung in Verbindung. Somit kommt der Ernährung eine überaus grosse Bedeutung in der Vermeidung dieser Krankheiten zu. Zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV im Auftrag des Bundes die Schweizer Ernährungsstrategie weiterentwickelt und im Juni 2017 die Schweizer Ernährungsstrategie 2017-2024 veröffentlicht. Die Ernährungsstrategie ist als Pfeiler der NCD-Strategie anzusehen. Die Strategie verfolgt folgende Vision:

«Alle Menschen in der Schweiz können sich für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung entscheiden. Sie haben dazu die Kompetenzen und verfügen über die entsprechenden Rahmenbedingungen, um in eigener Verantwortung einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu pflegen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozio-ökonomischen Status und ihrem Alter.»

Mit den Aktivitäten des Projekts Chancengleichheit leistet die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE einen Beitrag, um diese Vision umzusetzen.  Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Handlungsfeld «Information und Bildung». Die SGE trägt dazu bei, die Ernährungskompetenz der in der Schweiz lebenden Bevölkerung durch wissenschaftliche und zielgruppengerechte Informationen an Multiplikatoren von Ernährungsinformationen zu fördern. Die SGE nimmt damit ihre Rolle als neutrales «Sprachrohr» für die nationalen Ernährungsempfehlungen wahr und hilft das Thema ausgewogene und nachhaltige Ernährung schweizweit zu stärken. Basis für die Umsetzung stellen die bestehenden Instrumente, wie beispielsweise die Schweizer Lebensmittelpyramide, die Schweizer Ernährungsscheibe dar sowie auch vom BLV zur Verfügung gestellte Grundlagenberichte, Flyer und die App «My Swiss Food Pyramid».

Mit den Massnahmen des Projekts «Chancengleichheit» werden ausgewählte – in der Schweiz lebende – Bevölkerungsgruppen  angesprochen:

  • vulnerable Gruppen (z. B. Personen mit tiefem Einkommen, geringer Schulbildung oder mit Migrationshintergrund)
  • lebensphasenorientierte Altersgruppen (z. B. Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Erwerbstätige, Senioren) oder
  • Gruppen mit spezifischen Bedürfnissen (z. B. Frauen während Schwangerschaft und Stillzeit)

Die Unterlagen und Informationen sind jedoch für alle Interessierten frei zugänglich.

Die spezifischen Bevölkerungsgruppen werden über Multiplikator/-innen erreicht. Zu den wichtigsten Multiplikator/-innen gehören:

  • Vermittler/-innen aus dem Gesundheitsbereich (z. B. Ernährungsberater/-innen, Ärztinnen und Ärzte, Mütter-Väter-Berater/-innen, Medizinische Praxisassistentinnen)
  • Vermittler/-innen aus dem Bildungsbereich (z. B. Schulleitungen, Lehrpersonen, Kleinkinderzieher/-innen, diverse Mitarbeitende in der Kinderbetreuung)
  • Vermittler/-innen aus dem Sozialbereich (z. B. Sozialarbeiter/-innen, Familienbegleitende, Moderator-/innen z.B. Femmes-Tische)
  • Vertreter/-innen aus Handel und Wirtschaft (z. B. Produzenten, Detaillisten, Akteure in der Gemeinschaftsgastronomie)