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Glykämischer Index
Können Sie mir den Begriff «glykämischer Index» erklären?
Mit dem glykämischen Index (GI) können kohlenhydrathaltige Lebensmittel klassifiziert werden. Konkret ist der GI ein Mass für die Blutzucker erhöhende Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels im Vergleich zur Wirkung von Traubenzucker. Die Wirkung von Traubenzucker wird dabei als 100% (= GI 100) definiert. Besitzt ein Lebensmittel beispielsweise einen GI von 25, bedeutet dies, dass es den Blutzuckerspiegel viermal weniger stark erhöht als reiner Traubenzucker.
Der GI wird von der Art der zugeführten Kohlenhydrate, aber auch durch weitere im Lebensmittel vorkommende Nährstoffe – wie Fett und Nahrungsfasern– sowie durch die Verarbeitung und Zubereitung des Lebensmittels beeinflusst. Tendenziell besitzen Früchte, Gemüse und Vollkornprodukte einen eher tieferen GI, Weissmehlprodukte und Limonaden einen eher hohen GI. Wichtig zu wissen ist, dass der GI nicht einfach verzehrsübliche Portionen miteinander vergleicht, sondern Portionen, welche jeweils 50 g Kohlenhydrate enthalten. Und genau dort liegt ein wichtiger Punkt der Kririk am GI, denn selten werden von einem Lebensmittel genau diese Mengen verzehrt. Sinnvoller ist daher die Berechnung der glykämischen Last (GL) eines Nahrungsmittels, welche neben dem GI auch die Portionengrösse berücksichtigt.
Weiter ist wichtig zu wissen, dass sich GI wie auch GL immer auf einzelne Lebensmittel beziehen. Sobald jedoch das Brot mit Butter bestrichen wird oder die Kartoffeln von einem Raclette begleitet werden, sieht alles wieder ein bisschen anders aus.
GI und GL sind unbestritten wichtige und interessante Werte, um die Wirkung und Qualität von Kohlenhydraten zu beurteilen. Doch auch sie dienen nur als Puzzleteilchen zur Gesamtbeurteilung eines Lebensmittels oder einer Ernährungsform.
Oktober 2004
