So können Sie uns Ihre Fragen stellen

Per Mail
> nutrinfo-d(at)sge-ssn.ch

Per Telefon
031 385 00 08
Deutsch:
Montag–Mittwoch und Freitag 8.30-12.00
Französisch/Italienisch:
Montag und Donnerstag
8.30-12.00

Per Fax
031 385 00 05

Schriftlich
NUTRINFO, Postfach 8333,
CH-3001 Bern

Noni


Meine Bekannte hat mir Noni empfohlen. Das Getränk soll vor Krebs schützen und bei multipler Sklerose helfen. Was sagen Sie dazu?

Noni-Saft ist ein Saft aus der Frucht der Spezies Morinda citrifolia. Die Frucht wird in Malaysia Menkudu, im Pazifikraum Nonu, Nono oder Noni genannt. Die Frucht ist essbar, schmeckt und riecht aber nicht angenehm und wird in den Herkunftsgebieten hauptsächlich als Tierfutter verwendet.

Auf Raratonga, Samoa, Fiji, in Indochina und von den australischen Aboriginals wird die Frucht roh mit Salz oder gekocht als Curry gegessen. Morinda citrifolia wird z.B. in Japan, China, Malaysia und Hawaii in der traditionellen Medizin eingesetzt. Noni wird in der Schweiz und in Deutschland mit zahlreichen Anpreisungen und fragwürdigen Verkaufsmethoden – nach dem berühmt-berüchtigten Schneeballsystem – zu überrissenen Preisen vertrieben. Behauptet wird von den Anbietern, dass der Saft gegen Krebs wirksam sei, und im Internet finden sich Hinweise über angeblich auf wundersame Weise geheilte Patienten, die sich allerdings in Luft auflösen, wenn man nach konkreteren Informationen sucht.

Die Europäische Union schreibt in ihrer Stellungnahme zur Zulassung von Noni-Saft: «....ist der Ausschuss zu der Auffassung gelangt, dass Tahitan-Noni®-Saft in den beobachteten Verzehrsmengen akzeptabel ist. Ferner hat der Ausschuss darauf hingewiesen, dass die vorgelegten Angaben und verfügbaren Informationen keinerlei Beweis für besondere gesundheitsfördernde Wirkungen von Noni-Saft liefern, die über die von anderen Fruchtsäften hinausgehen.» Mit fünf Portionen Früchten und Gemüse pro Tag leben Sie also preiswerter und nicht weniger gesund.

August 2004