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Solanin in Kartoffeln
Muss ich Kartoffeln, die grün verfärbte Stellen aufwiesen, wegwerfen?
Unter der Schale, an Keimstellen und in grünen Teilen von Kartoffeln ist vermehrt Solanin enthalten. Dieses Gift wirkt in grösseren Mengen schleimhautreizend und kann zu Augenbrennen, kratzendem Hals, Kopfschmerzen, Leibschmerzen und Durchfall führen. Kleine Mengen Solanin sind für erwachsene Menschen unproblematisch. Deshalb reicht es, wenn Sie grüne Teile von Kartoffeln vor dem Kochen grosszügig wegschneiden und die Keimstellen ausstechen.
Nicht geeignet sind Kartoffeln mit grünen Stellen für Säuglinge und (Klein-) Kinder. Diese reagieren aufgrund ihres tiefen Körpergewichts viel empfindlicher auf Solanin. Pellkartoffeln (Gschwellti) sollten Sie nicht aus angegrünten Kartoffeln zubereiten. Solanin ist zwar wasserlöslich, kann aber schlecht durch die Schale hindurch ins Kochwasser austreten.
Grüne Stellen bilden sich bei Kartoffeln einerseits auf dem Feld, wenn sie aus der Erde herausschauen und der Sonne ausgesetzt sind. Andererseits wird Solanin bei falscher Lagerung gebildet, nämlich in hellen Räumen. Bewahren Sie deshalb Kartoffeln an einem dunkeln Ort auf. Bei Druck, Stoss und bei Frosteinwirkung können innere Zellwände verletzt werden. Dadurch kommt es zu gräulichen und schwärzlichen Verfärbungen. Derartige Mängel sehen zwar unappetitlich aus, sind jedoch völlig ungiftig.
März 1995
