ADI-Wert

Was bedeutet «ADI»?

«ADI» ist eine englische Abkürzung und steht für «Acceptable Daily Intake», was soviel wie «zulässige tägliche Aufnahmemenge» bedeutet. Er beziffert die Menge  einer Substanz (in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht), die ohne gesundheitliches Risiko ein Leben lang eingenommen werden kann. Der ADI-Wert wird mittels eines hohen Sicherheitsfaktors (meist 100) vom so genannten NOAEL (No Observed Adverse Effect Level) abgeleitet. Der NOAEL seinerseits gibt die höchste Dosierung an, welche im Tierversuch verabreicht werden konnte, ohne dass eine erkennbare schädliche Wirkung eintrat. Wer also einmal oder auch gelegentlich den ADI-Wert überschreitet, braucht sich keine Sorgen zu machen.

Juli 2017

Birkenzucker

Was hat Birkenzucker mit Xylit zu tun?

Birkenzucker ist ein veralteter Name für Xylit (auch Xylitol genannt). Dieser Zuckeraustauschstoff besitzt die E-Nummer 967. Der Name Birkenzucker kommt daher, da früher Birkenrinde als Rohstoff zur Herstellung benutzt wurde. Heute wird Xylit hauptsächlich aus Mais hergestellt. Xylit hat einen ähnlichen Geschmack und besitzt nahezu die gleiche Süsskraft wie Haushaltszucker, liefert aber mit 2,4 kcal/g 40 Prozent weniger Energie als normaler Zucker und verursacht keine Karies. Xylit wird im menschlichen Körper insulinunabhängig verstoffwechselt und beeinflusst den Blutzucker- und Insulinspiegel nur geringfügig. Aufgrund dieser Eigenschaften findet man Xylit in verschiedenen Produkten: z.B. in zahnschonenden Kaugummis und Bonbons, in Lebensmitteln, welche speziell zur Gewichtsreduktion angepriesen werden, oder in Diabetikerprodukten. Zudem eignet sich Xylit zum Backen und Kochen, weil er hitzestabil ist. Xylit kann abführend wirken, weil es im Dickdarm zur Wasseraufnahme kommt. Bei manchen Tierarten (Hunde, Rinder, Ziegen, Kaninchen) erzeugt Xylit eine starke Insulinausschüttung, was zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann (Hypoglykämie). Bei Hunden wurden zudem schwere Leberschädigungen bis zum Leberversagen beobachtet.

Mai 2015

Blutverdünner und Vitamin K

Ich nehme Blutverdünner, muss ich nun auf Vitamin-K-reiche Produkte verzichten?

Vitamin K wird für die Bildung von Gerinnungsfaktorenbenötigt und spielt daher bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle. Da bei der Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten eine Verzögerung der Blutgerinnung erreicht werden soll, wirkt Vitamin K als Gegenspieler. Deshalb wird die Zufuhr von Vitamin K in Zusammenhang mit der Einnahme von Blutverdünnern immer wieder diskutiert und auf den Packungsbeilagen der Medikamente davor gewarnt. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass sogar eine sehr hohe Zufuhr von Vitamin K über die Ernährung (z.B. über Spinat, Blumenkohl oder Weisskohl) die Blutgerinnung nicht oder nur unwesentlich beeinflusst. Daher ist eine Einschränkung von Vitamin-K-reichen Lebensmitteln auch nicht nötig.
Vitaminpräparate mit Vitamin K sollten allerdings aufgrund der Gefahr einer möglichen Überdosierung gemieden, bzw. deren Einnahme mit dem zuständigen Arzt abgesprochen werden.

März 2011

Energiebedarf

Ich stelle fest, dass ich im Laufe der Jahre weniger essen darf, um mein Gewicht stabil zu halten. Warum?

Der Energiebedarf des Körpers wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Die wichtigsten davon sind der Grundumsatz (die Energie, die zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen des Organismus benötigt wird) und die körperliche Aktivität.

Der Grundumsatz selbst wird bestimmt durch Gewicht, Körpergrösse, Körperzusammensetzung (mehr oder weniger Muskeln oder Fett) und genetische Faktoren (z.B. das Geschlecht). Die Körperzusammensetzung eines Erwachsenen verändert sich mit dem Alter, der Grundumsatz geht zurück. Dies erklärt, warum sich selbst bei gleich bleibender körperlicher Aktivität der Energiebedarf im Laufe der Jahre vermindert. Dieser Minderbedarf beträgt im Schnitt 50 bis 100 kcal pro Lebensjahrzehnt.

Hinzu kommt mitunter ein Nachlassen der körperlichen Aktivität. Wichtig zu wissen: Auch wenn sich der Energieaufwand verringert, so bleibt doch der Bedarf an wesentlichen Nährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, essenzielle Fettsäuren und Proteine) im Alter konstant oder nimmt sogar zu.

 

August 2013

Energiebedarf

Ich stelle fest, dass ich im Laufe der Jahre weniger essen darf, um mein Gewicht stabil zu halten. Warum?

Der Gesamtenergiebedarf des Körpers setzt sich zusammen aus dem sogenannten Grundumsatz (die Energie, die zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen des Organismus benötigt wird) und dem Leistungsumsatz, abhängig von der körperlichen Aktivität.

Der Grundumsatz selbst wird bestimmt durch Gewicht, Körpergrösse, Körperzusammensetzung (mehr oder weniger Muskeln oder Fett) und genetische Faktoren (z.B. das Geschlecht). Die Körperzusammensetzung eines Erwachsenen verändert sich mit dem Alter, der Grundumsatz geht zurück. Dies erklärt, warum sich selbst bei gleich bleibender körperlicher Aktivität der Energiebedarf im Laufe der Jahre vermindert. Dieser tägliche Minderbedarf beträgt im Schnitt 50 bis 100 kcal pro Lebensjahrzehnt.

Hinzu kommt mitunter ein Nachlassen der körperlichen Aktivität. Wichtig zu wissen: Auch wenn sich der Energiebedarf verringert, so bleibt doch der Bedarf an wesentlichen Nährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, essenzielle Fettsäuren und Proteine) im Alter konstant oder nimmt sogar zu.

 

Dezember 2016

Erythrit

Was ist Erythrit?

Erythrit gehört chemisch zu den Zuckeralkoholen und wird als Süssmittel und Zuckerersatz in Lebensmitteln und Getränken eingesetzt. In der Schweiz ist Erythrit als Zusatzstoff zugelassen und besitzt die E-Nummer 968. In der Lebensmittelindustrie ist es noch nicht allzu verbreitet, da noch relativ neu. Natürlicherweise kommt Erythrit in Früchten (z.B. Wassermelone, Birne, Trauben), aber auch in anderen Lebensmitteln wie Pilzen, fermentierten Produkten (Sojasauce, Bier) und Käse vor. Seine Süsskraft entspricht 60 bis 80 % derjenigen von Zucker. E-968 kann sowohl in der kalten als auch in der warmen Küche eingesetzt werden und hat keinen Nachgeschmack.

Erythrit enthält im Gegensatz zu anderen Zuckeralkoholen keine Kalorien und wird auch anders verstoffwechselt. Es wird zu 90 % über den Dünndarm aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden. Diese Eigenschaft verschafft Erythrit gegenüber anderen Zuckeralkoholen wie Sorbit, Maltit, Lactit oder Isomalt einen Vorteil: Er wird wesentlich besser vertragen, und Nebenwirkungen wie Blähungen und Durchfall sind stark vermindert. Erythrit kann mithilfe von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) hergestellt werden. Die Hersteller sind gemäss der Schweizer Gesetzgebung zur Deklaration verpflichtet, falls ihr Produkt GVO enthält.

Juni 2013

Jod

Worauf muss ich bei einem leichten Jodmangel achten?

Unsere Lebensmittel enthalten wenig Jod, weil die Böden jodarm sind. Deshalb wird in der Schweiz das Speisesalz seit 1920 zwecks Kropf- und Kretinismus-Prophylaxe mit Jod angereichert. Jodiertes Speisesalz ist in der Schweiz die Hauptquelle für Jod. Weil Urinproben eine Abnahme der Jodversorgung gezeigt hatten, wurde 2014 letztmals der Jod-Gehalt von 20 auf 25 mg / kg Salz erhöht.Nebst dem angereicherten Speisesalz enthalten in der Schweiz vor allem Produkte, die – im Gegensatz zu vielen ausländischen Produkten – mit jodiertem Salz hergestellt wurden nennenswerte Mengen an Jod. Beispiele dafür sind Brot, Käse oder Fertigprodukte. Tierische Lebensmittel wie Milch- und Milchprodukte oder Eier enthalten dann Jod, wenn die Tiere mit Jod angereicherter Nahrung gefüttert worden sind. Verwenden Sie unbedingt jodiertes Salz in der Küche und achten Sie beim Einkauf darauf, dass bei verarbeiteten Lebensmitteln wie beispielsweise Brot jodiertes Salz verwendet wurde. Kräutersalz, und Streuwürze hingegen werden grösstenteils mit gewöhnlichem Salz ohne Jod hergestellt. Himalaya- und Meersalze enthalten natürlicherweise kein oder sehr wenig Jod. Auf dem Markt gibt es ausserdem Produkte, welchen Kelp, das sind jodhaltige Meeresalgen, zugesetzt wurden. Der Jodgehalt dieser Salze ist trotzdem rund sechs Mal tiefer als jener des jodierten Speisesalzes und sie stellen deshalb keine sinnvolle Alternative dar.

Dezember 2016

Koffein

Warum sind koffeinhaltige Getränke für Kinder nicht geeignet?

Koffein wirkt anregend, was bei Kindern zu gestörter Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Schlafstörungen führen kann. Gemäss EFSA (European Food Safety Authority) gilt bei Kindern wie auch bei Erwachsenen ein Koffeinkonsum von 3 mg/kg Körpergewicht und Tag als sicher. Aufgrund ihres tieferen Körpergewichts reagieren Kinder jedoch intensiver auf Koffein als Erwachsene.

Eine handelsübliche Dose Cola (330 ml) enthält ca. 40 mg Koffein; eine handelsübliche Dose eines Energy Drinks (250 ml) ca. 80 mg. Das heisst, ein Kind mit z.B. 30 kg Körpergewicht erreicht bereits beim Konsum von zwei Dosen eines Colagetränkes nahezu das tägliche Limit. Natürlicherweise kommt Koffein in Getränken auf Kaffee- oder Tee-Basis, wie z.B. Eiskaffee oder Eistee (basierend auf Grün- und Schwarztee), als auch Kakao und Schokolade vor. Colagetränken und Energy Drinks wird Koffein zugesetzt. Der oftmals einhergehende hohe Zuckergehalt und das Vorhandensein zahnschädigender Säuren sind weitere Gründe, weshalb diese Getränke für Kinder nicht empfohlen werden. Letztlich bleiben Hahnenwasser oder Mineralwasser (mit oder ohne Kohlensäure) sowie ungesüsste Früchte- bzw. Kräutertees für Kinder die Getränke der Wahl!

Dezember 2016

Leber und Vitamin A

Soll ich auf Leber verzichten, weil diese zu viel Vitamin A enthält?

Die Leber kann verschiedene Nährstoffe speichern und diese dem Körper bei Bedarf zur Verfügung stellen. Besonders reich ist sie unter anderem an Retinol (Vitamin A), daher nimmt man durch den Verzehr von Leber eine grosse Menge davon auf. Pro 100 g enthält Kalbsleber ca. 11.4 mg, Rindsleber 4.18 mg und Schweineleber 11.5 mg Retinol-Äquivalenten (RE*).
Als unbedenkliche obere Zufuhrmenge für Erwachsene gelten 3 mg Retinol-Äquivalente täglich. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist es durchaus möglich gelegentlich Leber zu essen. Besondere Vorsicht ist allerdings in der Schwangerschaft geboten. Hohe Mengen Retinol können am Anfang einer Schwangerschaft teratogen sein, d.h. es kann zu Missbildungen beim Fötus kommen. Frauen, die schwanger werden möchten, sowie Schwangere bis Ende des 3. Schwangerschaftsmonats sollten deshalb keine Leber essen.
*Der Vitamin-A-Bedarf wird heute allgemein in Retinol-Äquivalenten (RE) definiert (1 RE = 1 μg Retinol oder 6 μg all-trans Betacarotin oder 12 μg andere Provitamin-A- Carotinoide)

Dezember 2016

Omega-3-Fettsäuren ohne fettreichen Fisch?

Kann ich meinen Bedarf an Omega-3 Fettsäuren decken, ohne fettreichen Fisch zu essen?

Fisch, insbesondere fettreicher Meeresfisch (z.B. Lachs, Thunfisch, Hering), ist eine gute Quelle für Omega-3 Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA). Mit etwa 1-2 Portionen pro Woche (je nach Fischsorte und Fettgehalt) lässt sich der Bedarf decken. Angesichts der starken Überfischung der Meere und der grossen Beifang-Problematik ist ein so hoher Fischkonsum aber nicht nachhaltig. Aus ökologischer Sicht sollte maximal einmal pro Monat Fisch verzehrt werden. Deshalb empfiehlt es sich, Fisch nicht als etwas Alltägliches, sondern als Delikatesse zu geniessen.

In pflanzlichen Produkten kommen die Omega-3 Fettsäuren als Alpha-Linolensäure vor. Unser Organismus kann einen Teil dieser Alpha-Linolensäure – um die 10% – in EPA und DHA umwandeln, welche im Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. Die Umwandlungsrate hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Ernährungsempfehlungen für Erwachsene gehen von einem Bedarf von 1– 4.4 g  Omega-3 Fettsäuren pro Tag aus. Diese Menge ist in 15–20 ml (3–4 Kaffeelöffel) Rapsöl enthalten. 1 Handvoll Baumnüsse (30 g) liefert rund 2.5 g Omega-3 Fettsäuren.

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung gemäss der Schweizer Lebensmittelpyramide und bevorzugen Sie in der kalten Küche Rapsöl. Als Alternative bieten sich Lein-, Soja-, Baumnuss- oder Hanföl an. Geniessen Sie täglich eine kleine Handvoll (20–30 g) ungesalzene Nüsse, Samen oder Kerne.

März 2017

ORAC-Wert

Was ist unter dem ORAC-Wert zu verstehen?

ORAC steht als Abkürzung für Oxygen Radical Absorption Capacity. Dieser Wert soll über die antioxidative Fähigkeit eines Lebensmittels oder Inhaltsstoffs Auskunft geben. Je höher der Wert, umso mehr freie Radikale sollen folglich unschädlich gemacht werden können. Im Zusammenhang mit sogenannten Superfoods wird gelegentlich ein hoher ORAC-Wert angepriesen. Für die Bestimmung des ORAC-Werts wird das Produkt im Labor mit Sauerstoffradikalen zusammengebracht. Und da zeigt sich auch bereits das Problem. Denn was im Labor gut funktioniert, muss für den menschlichen Körper nicht zutreffen. Dieser ist um ein Vielfaches komplizierter als die Situation in einem Reagenzglas. Beim ORAC-Wert handelt es sich also um einen reinen Laborwert, der nichts über die gesundheitsfördernden Eigenschaften eines Produkts aussagt.

September 2017

Phytin

Welche vorteilhaften Wirkungen hat das Phytin aus Reiskleie?

Das Phytin (auch Phytinsäure, Phytat oder Inositol-Hexaphosphat genannt) ist eine Substanz, die in den meisten Vollkorngetreiden natürlich vorkommt – insbesondere in der Schale von Getreidekörnern, der Kleie, die während der Raffination entfernt wird. Das als Nahrungsergänzung verkaufte Phytin aus Reiskleie wird also aus der Aussenhülle des Reiskorns gewonnen. Das Phytin weist die Besonderheit auf, dass es sich während des Verdauungsvorgangs an im Nahrungsbrei vorhandene Mineralsalze bindet und auf diese Weise schlecht resorbierbare Komplexe bildet. Es könnte folglich bespielsweise die Resorption von Kalzium und Eisen begrenzen. Dies hat ihm seinen Ruf als antinutritive Substanz eingetragen. Die Phytinsäure scheint jedoch eine zweite, deutlich positivere Facette aufzuweisen und interessiert die Forschung wegen ihrer antioxidativen und potenziell krebsvorbeugenden Effekte. Bislang fehlen jedoch Studien, um mit Sicherheit festlegen zu können, welche positiven Wirkungen sie für den Menschen hat und bei welchen Dosierungen diese beobachtet werden. Sicher ist jedoch bereits heute, dass der Konsum von Vollkorngetreide zu empfehlen ist, da es sich trotz des schlechten Rufs des Phytins positiv auf die Gesundheit auswirkt. Hingegen kann nicht zum Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln auf der Basis von Phytin ermuntert werden, solange Daten über seine positiven Wirkungen, seine Nebenwirkungen, die zulässigen Höchstdosierungen und die wirksamen Dosierungen fehlen.

Mai 2015

Solarium und Vitamin D

Regen Solarien die Bildung von Vitamin D im Körper an?

Nein. Das lebensnotwendige Vitamin D wird in der Haut ausschliesslich mit Hilfe von UV-B-Strahlung gebildet. Im Solarium liegt aber nur ein Prozent der Strahlung als UV-B vor. Solarien eignen sich deshalb nicht, um die Bildung von Vitamin D im Körper anzuregen.

Das Vitamin D in unserem Körper stammt aus zwei unterschiedlichen Quellen: Es kann entweder über die Haut (endogen) aufgebaut oder durch die Nahrung zugeführt werden (exogen). Die UV-A- und UV-B-Strahlen gelangen bis zur Erdoberfläche, jedoch lösen nur die UV-B-Strahlen die Vitamin D-Bildung in der Haut aus. Hingegen sind sowohl UV-A- wie auch UV-B- Strahlen eine der Hauptursachen für die Entstehung von Hautkrebs. Im Solarium ist die Intensität der UV-Strahlen sehr hoch. Die UV-B-Strahlen sind vergleichbar mit derjenigen der Sonne an einem wolkenlosen Mittag im Hochsommer. Die UV-A-Strahlen, welche die Haut schnell altern lassen, sind jedoch um ein Vielfaches höher. Von einem Solariumbesuch ist also grundsätzlich abzuraten.

Die körpereigene Vitamin-D-Synthese übertrifft in der Regel die Vitamin-D-Zufuhr durch Lebensmittel. Das durch die Nahrung zugeführte Vitamin D stammt v.a. aus tierischen Produkten. Wichtige Lieferanten sind fetter Fisch (Hering, Lachs, Sardine), Eier und Milchprodukte. Ein Vitamin D-Mangel kann beim Kleinkind Rachitis (Knochenerweichung) und beim Erwachsenen eine Osteomalazie (Erweichung der normal entwickelten und ausgewachsenen Knochen) zur Folge haben. Deshalb ist für Personen mit einem ausgewiesenen Vitamin-D-Mangel eine Supplementierung in Absprache mit dem Arzt angezeigt.

Solarium

Oktober 2001, überarbeitet September 2011

Spinat und Eisen

Meine Kollegin behauptet, dass Spinat ein sehr guter Eisenlieferant sei. Stimmt das?

Nein, das stimmt nicht, obschon diese Meinung immer noch weit verbreitet ist. Die Legende vom eisenhaltigen Spinat rührt von einem simplen Abschreibfehler her. Anfangs dieses Jahrhunderts wurde der gemessene Eisengehalt (2,9 mg) falsch übertragen, und so wurden aus 2,9 plötzlich 29 Milligramm. Dieser Kommafehler wurde über Generationen hinweg weitergegeben.
Spinat enthält dreiwertiges Eisen. Dieses wird im Vergleich zum zweiwertigen Eisen, welches nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt, schlechter vom Körper aufgenommen. Zudem enthält Spinat viel Oxalat, das die Aufnahme von Eisen im Darm hemmt.

August 2017

Sucralose

Was ist Sucralose?

Der Süssstoff Sucralose ist seit 2004 in der EU zugelassen. In Kanada ist der Süssstoff bereits seit 1991, in den USA seit 1998 auf dem Markt. Hergestellt wird Sucralose (E 955) durch Chlorierung von Haushaltszucker (Saccharose).
Der Süssstoff besitzt eine rund 600-fach höhere Süsskraft als Haushaltszucker. Er liefert keine Kalorien, beeinflusst die Blutfettwerte nicht und verursacht keine Karies. Er eignet sich gleichermassen zum Backen wie auch für den Einsatz in Getränken und sauren Lebensmitteln wie Konfitüren. Der ADI-Wert liegt bei 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

August 2017

Süssstoffe

Welche Wirkung haben künstliche Süssstoffe auf meinen Insulinspiegel?

Künstliche Süssstoffe (z.B. Aspartam, Acesulfam-K, Saccharin, Cyclamat) – nicht zu verwechseln mit den Zuckeraustauschstoffen (z.B. Sorbit, Xylit, Maltit) – haben keinen wissenschaftlich schlüssig bewiesenen Einfluss auf den Insulinhaushalt, den Blutzuckerspiegel oder das Hungergefühl, auch nicht bei übergewichtigen Personen.
Ob der Verzehr von künstlich gesüssten Produkten grundsätzlich sinnvoll ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Wir vertreten die Meinung, dass es sinnvoller ist, die Schwelle für die Geschmacksempfindung «süss» zu senken, als Zucker einfach durch Süssstoffe zu ersetzen. Wer eine Zeitlang seinen Tee oder Kaffee konsequent ungesüsst trinkt, der gewöhnt sich so daran, dass ihr/ihm die gesüsste Variante danach richtig «klebrig» vorkommt. Oder anders herum: Bereits eine Prise Zucker erzeugt dann eine angenehme Süsse.

Oktober 2017

Taurin

Was ist Taurin und ist es gesundheitsschädlich?

Taurin ist eine Substanz, welche als Abbauprodukt aus der Verstoffwechslung von Eiweissbausteinen entsteht. So wird Taurin in unserem Körper gebildet und ist natürlicherweise in Lebensmitteln wie Fisch und Fleisch enthalten. Den Namen verdankt Taurin der Stiergalle (Fel Tauri), aus welcher es erstmals isoliert wurde. Der Zusatz von Taurin in Energy Drinks, aufgrund seiner vermeintlich leistungssteigernden Wirkung, verhalf der Substanz zur Bekanntheit. Das in der Lebensmittelindustrie verwendete Taurin wird industriell produziert. Welche Funktion es im Körper erfüllt, ist noch nicht vollends geklärt. Als gesichert gilt, dass Taurin dazu beiträgt, schlecht wasserlösliche Substanzen besser löslich und damit ausscheidungsfähig zu machen, wie z.B. Gallensäuren. Gemäss der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist Taurin bis zu 1000 mg je kg Körpergewicht pro Tag gesundheitlich unbedenklich. Gemäss EFSA enthält eine Dose von 250 ml Energy Drink ca. 1000 mg Taurin. Somit ist man selbst bei deren Konsum weit von einer gesundheitsschädlichen Menge entfernt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Taurin weder gesundheitsschädlich ist noch Flügel verleiht.

März 2017

Trans-Fettsäuren

Was bedeutet der Begriff «trans-Fettsäuren»?

Fettsäuren setzen sich aus einer Kette von Kohlenstoffatomen zusammen, die durch Einfach- oder Doppelbindungen miteinander verbunden sind. Im Falle einer Doppelbindung können sich die Kettenabschnitte, die sie trennen, auf der gleichen Seite (cis-Form) oder auf der entgegengesetzten Seiten (trans-Form) bezüglich der Lage der Doppelbindung befinden. Die trans-Fettsäuren, die wir verzehren, kommen entweder in natürlicher Form z.B. in Butter, Milch und Milchprodukten sowie im Fleisch von Wiederkäuern vor oder sie entstehen als Nebenprodukt bei der industriellen Verarbeitung  von Ölen.  Auch beim hohen und langen Erhitzen von Ölen im Privathaushalt können Transfettsäuren entstehen.

Die Eidgenössische Ernährungskommission hält in Ihrem Bericht zu den Fetten fest: „Transfettsäuren industrieller Herkunft haben ungünstige Wirkungen auf die Blutfettwerte […] und steigern dadurch das Risiko für Herzkreislaufkrankheiten. […] Die durch industrielle Fetthärtung entstehenden Transfettsäuren sollten deshalb in möglichst kleinen Mengen zugeführt werden, d.h. durch einen sehr bewussten und eingeschränkten Konsum von Lebensmitteln, welche teilgehärtete Fette enthalten.“

Januar 2017

Vegetarier und Eisenversorgung

Seit fast zwei Jahren ernähre ich mich ohne Fleisch. Was muss ich beachten, damit meine Eisenversorgung gewährleistet ist?

Fleisch ist einer der besten Eisenlieferanten. Deshalb ist es naheliegend, sich bei einer fleischlosen Ernährung über die Eisenversorgung Gedanken zu machen. Sie können aber auch ohne Fleisch ausreichend Eisen zu sich nehmen, sofern Sie sich ausgewogen ernähren. Gute pflanzliche Eisenquellen sind beispielsweise Vollkorngetreideprodukte, Hülsenfrüchte, gewisse Gemüse, Nüsse und Samen. Beachten Sie folgende Punkte:

  • Bevorzugen Sie bei Getreideprodukten wie Brot, Teigwaren, Reis usw. Vollkornprodukte. Diese enthalten bedeutend mehr Eisen als die raffinierten Lebensmittel. 100 g weisser Reis enthalten z.B. 0.3mg, Vollreis hingegen 1.7mg Eisen.
  • Eisen aus pflanzlichen Produkten wird weniger gut aufgenommen als aus tierischen Produkten, weil es in einer anderen chemischen Form vorkommt. Vitamin C verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen. Kombinieren Sie deshalb pflanzliche Eisenlieferanten mit Vitamin C-haltigen Lebensmitteln, z.B. Stärkebeilagen mit Gemüse (Vollkornrisotto mit Ratatouille) oder essen Sie eine Frucht zum Dessert. .
  • Getränke wie Kaffee und Schwarztee enthalten Gerbstoffe, welche die Eisenaufnahme hemmen. Falls ein Eisenmangel besteht, kann es hilfreich sein, diese Getränke nicht zu den Mahlzeiten, sondern dazwischen zu trinken.
  • Bereiten Sie Ihre Lebensmittel schonend zu, indem Sie Gemüse dämpfen oder nur mit wenig Flüssigkeit kochen. Eisen und andere wertvolle Nährstoffe treten sonst vom Lebensmittel in die Kochflüssigkeit über.

Dezember 2016

Vitamin B12

Welche pflanzlichen Lebensmittel enthalten Vitamin B12?

Pflanzliche Organismen produzieren kein Vitamin B12 und enthalten es deshalb grundsätzlich auch nicht. Trotzdem werden im Internet oder im Handel pflanzliche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel angeboten, deren Vitamin-B12-Gehalt gepriesen wird. Es handelt sich insbesondere um Algen, Tempeh oder Sanddorn. In diesen Produkten wird Vitamin B12 von einigen Mikroorganismen produziert. Wenn eine Pflanze der natürliche Wirt dieser Mikroorganismen ist oder von diesen «kontaminiert» wird, kann sie Vitamin B12 enthalten. Das Problem dieser Vitamin-B12-Quellen ist, dass sie nicht verlässlich sind. Zum einen ist die Vitamin-B12-Menge nicht gesichert, denn es hängt von der Art, der Kultur und der Umwandlung der Pflanzen ab, ob solche Mikroorganismen vorhanden sind oder nicht. Zum anderen ist auch die Qualität dieses Vitamins B12 nicht gesichert. Es kann sich teilweise um ein sogenanntes analoges Vitamin B12 handeln. Das ist ein vom Körper nicht nutzbares Vitamin, das zudem den Stoffwechsel des «guten» Vitamins B12 beeinträchtigt. Ein gesunder Mensch, der nicht auf Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Lebensmittel zurückgreifen will, kann seinen Vitamin-B12-Bedarf nur durch regelmässigen Verzehr von Fleisch, Fisch, Eiern oder Milchprodukten decken. Wer ganz auf den Verzehr tierischer Produkte verzichtet, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12 zu sich nehmen.

März 2015

Vitamin PP

Können Sie mir sagen, was Vitamin PP ist?

Vitamin PP ist eine veraltete Bezeichnung für das Vitamin Niacin. Die Abkürzung PP steht für «pellagra preventing». Pellagra ist eine Niacinmangelerkrankung. Sie äussert sich durch raue Haut, Durchfall, Appetitlosigkeit sowie Verwirrung und Demenz.

Auch weitere Vitamine wurden früher anders bezeichnet. Manche dieser Bezeichnungen geistern aber noch heute durch die Literatur:

Aktuelle Bezeichnung Veraltete Bezeichnung
Vitamin A / Retinol  
Vitamin B1 / Thiamin  
Vitamin B2 / Riboflavin  
Niacin Vitamin PP, Vitamin B3
Pantothensäure Vitamin B5
Vitamin B6 / Pyridoxin  
Biotin Vitamin H
Folsäure Vitamin B9
Vitamin B12 / Cobalamin  
Vitamin C / Ascorbinsäure  
Vitamin D / Cholecalciferol  
Vitamin E / Tocopherol  
Vitamin K / Phyllochinon

Januar 2017

Vitamin-D-Mangel

Mein Arzt hat bei mir einen Vitamin-D-Mangel diagnostiziert und ein Supplement verschrieben. Kann ich diese Vitamin-D-Tropfen durch den Konsum einer mit Vitamin D angereicherten Milch ersetzen?

Nein, die mit Vitamin D angereicherten Nahrungsmittel gestatten es nicht, die einer Supplementierung entsprechende Dosis zu erreichen. Laut Schweizer Gesetzgebung darf eine Tagesration eines angereicherten Nahrungsmittels nicht mehr als 5 μg Vitamin D enthalten. Im Fall der Milch ist die Tagesration auf 500 ml festgelegt. Da die für Erwachsene empfohlene Vitamin-D-Zufuhr 15 μg (20 μg ab dem Alter von 60 Jahren) pro Tag beträgt, deckt ein halber Liter Milch nur ein Drittel beziehungsweise sogar nur ein Viertel des täglichen Bedarfs.

Mai 2015

Vitamintabletten

Sind Vitamintabletten sinnvoll?

Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper ausreichend mit allen Nährstoffen, die er braucht. Deshalb sind Vitamin- und Mineralstofftabletten in der Regel nicht nötig. Es gibt aber Ausnahmen: In bestimmten Situationen (z.B. Schwangerschaft) oder bei Krankheit können Nahrungsergänzungsmittel und Supplemente nach Absprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin sinnvoll sein. Eine weitere Ausnahme betrifft das Vitamin D, welches in Lebensmitteln zu wenig enthalten ist. Hier hilft ein regelmässiger Aufenthalt im Freien. Mit Hilfe des Sonnenlichtes kann die Haut Vitamin D selbst bilden. Manchmal reicht die körpereigene Synthese aber nicht aus und Vitamin D muss zusätzlich zugeführt werden. Siehe dazu Frage zu Vitamin D

Dezember 2013

Wirkung der Nahrungsfasern

Wie wirken Nahrungsfasern?

Nahrungsfasern werden nicht verdaut, wirken aber verdauungsfördernd. Im Darm nehmen sie Wasser auf und quellen. Durch das grössere Volumen regen sie die Darmpassage an. Nahrungsfasern sollten immer mit ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden, um einer Verstopfung vorzubeugen. Besonders reich an Nahrungsfasern sind Vollkornprodukte (z.B. Vollkornbrot, Vollkornflocken, Vollreis, Hülsenfrüchte).

Dezember 2013

Zuckeralkohol

Machen Süssigkeiten mit Zuckeralkohol betrunken?

Mit Alkohol wird eine Gruppe chemischer Stoffe mit einer bestimmten Struktur bezeichnet, deren typisches Merkmal eine OH-Gruppe ist. Dazu gehört auch Ethanol, der für die typischen Alkoholeffekte alkoholhaltiger Getränke verantwortlich ist. Stoffe mit mehr als einer OH-Gruppe sind mehrwertige Alkohole, z.B. Zuckeralkohole, auch Zuckeraustauschstoffe genannt. Diese können anstelle von Haushaltzucker verwendet werden, weil sie bei ungefähr gleichem Volumen ebenso gut süssen, aber nur rund halb so viele verwertbare Kohlenhydrate enthalten. Da es sich bei Zuckeralkoholen also nicht um Ethanol handelt, machen diese auch nicht betrunken.

Zuckeraustauschstoffe verursachen keine Karies und sind somit zahnfreundlich, weshalb sie oft in Bonbons oder anderen Süssigkeiten eingesetzt werden. In grösseren Mengen können sie aber zu Verdauungsproblemen führen, da sie im Dünndarm nicht vollständig aufgenommen werden und teilweise unverdaut in den Dickdarm gelangen. Dort werden sie von Bakterien abgebaut, was Blähungen und Durchfall verursachen kann.

Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit oder Mannit werden von den Süssstoffen unterschieden:  Süsstoffe wie Cyclamat oder Aspartam enthalten im Vergleich zu Zuckeralkoholen keine Kohlenhydrate und somit auch keine Energie.

Dezember 2016