Beikost

Sind nitratreiche Lebensmittel gefährlich für mein Baby?

Nitrat kommt natürlicherweise vor allem in Gemüse vor und wird durch warme Temperaturen (z.B. durch Warmhal­ten oder Aufbewahren bei Zimmertemperatur) von Bakteri­en in Nitrit umgewandelt. Nitrit hemmt die Sauerstoffauf­nahme im Blut, welches bei Säuglingen zu Blausucht führen kann. Fachleute empfehlen, Gemüsebreie nach der Zuberei­tung sofort zu verwenden. Werden mehrere Portionen zube­reitet, sollten diejenigen, die nicht gleich verwendet werden, direkt in den Kühlschrank bzw. in den Tiefkühler. Die Auf­bewahrung im Kühlschrank sollte nicht länger als 24 Stun­den dauern. Zu den nitratreichen Gemüsesorten gehören z.B. Spinat, Fenchel oder Kohlrabi, weniger Nitrat enthalten z.B. Blumenkohl, Broccoli, Karotten und Erbsen. Nicht nur die Gemüsesorte hat Einfluss auf den Nitratgehalt, auch der Anbau oder die Verarbeitung des Gemüses. Im Freiland angebautes Gemüse und Biogemüse weisen grundsätzlich tiefere Nitratgehalte auf, weil direkte Lichteinstrahlung und Frischluftzufuhr den Nitratgehalt in der Pflanze zu sen­ken vermag und in der biologischen Anbauweise weniger Dünger eingesetzt wird. Auch bei der Verarbeitung von Ge­müse in der Küche kann man etwas gegen hohe Nitratwerte tun: Indem man bei Blattgemüse die Blattrippen und -stile entfernt oder nitratreiches Gemüse mit Vitamin-C-reichen Gemüsen (z.B. Peperoni, Blumenkohl) kombiniert, da Vi­tamin C die Umwandlung von Nitrat in Nitrit hemmt. Für Säuglinge ist also vor allem von Bedeutung, dass die Breie frisch zubereitet bzw. sofort gekühlt oder tiefgekühlt wer­den. Unter diesen Voraussetzungen können auch nitratrei­chere Gemüsesorten verwendet werden.

Mai 2015

Botulismus

Was ist Botulismus?

Botulismus wird durch einen Giftstoff verursacht, der von Bakterien namens Clostridium Botulinum gebildet wird. Bei Botulismus handelt es sich um eine Vergiftung, nicht um eine Krankheit. Botulinumtoxin ist eines der gefährlichsten Gifte überhaupt.
Botulinumtoxin kann auf folgenden Wegen in den menschlichen Körper gelangen:
– Durch den Verzehr von verseuchten Lebensmitteln oder Wasser (Nahrungsmittelbotulismus).
– Durch Hautkontakt mit erregerhaltigem Material bei Land- oder Bauarbeiten (Wundbotulismus).
– Durch Einatmen von infektiösen Partikeln z.B. Bioterrorismus (Inhalationsbotulismus).
Bei unsachgemässer Verarbeitung oder Lagerung von eiweissreichen Lebensmitteln kann sich der Erreger in Esswaren vermehren. Lebensmittel, die mit dem Gift verseucht sind, können fast nicht erkannt werden, da keine Gerüche oder äussere Veränderungen am Lebensmittel feststellbar sind. Ein wichtiges Indiz gibt es aber dennoch: aufgeblähte Konservendosen oder Einmachgläser, bei denen sich der Deckel wölbt. Solche Dosen oder Gläser sollten ungeöffnet entsorgt werden. Clostridium Botulinum ist ein anaerobes Bakterium, kann also nur in Abwesenheit von Sauerstoff überleben.
Säuglingsbotulismus ist eine Sonderform des Botulismus, welche bei Kindern im ersten Lebensjahr – ganz besonders in den ersten sechs Monaten – entstehen kann. Honig ist eine bekannte Quelle für diesen Erreger und sollte deshalb im ganzen ersten Lebensjahr vermieden werden. Bei älteren Kindern und Erwachsenen besteht diese Gefahr nicht mehr, vermutlich deshalb, weil sich bei ihnen bereits eine stabile Darmflora entwickelt hat.
Durch Lebensmittel verursachter Botulismus ist zwar schwerwiegend, mit zwei Fällen pro Jahr in der Schweiz aber sehr selten.

September 2011

Guaraná

Ich bin schwanger. Darf ich Guaraná-Schokolade essen?

Guaraná ist eine aus Brasilien stammende Pflanze. Ihre roten Früchte enthalten einen Samen, der besonders reich an Koffein und anderen anregenden Substanzen ist. Ein Getränk oder ein Nahrungsmittel auf der Basis von Guaraná enthält folglich Koffein. Koffein ist eine anregende Substanz, die bei der schwangeren Frau die Placentaschranke durchquert und ins Blut des Foetus gelangt. Ein mässiger Konsum (das heisst höchstens 2 bis 3 Tassen Kaffee oder 4 bis 6 Tassen Tee pro Tag) ist jedoch für die Mutter und das Baby gefahrlos. Sie können folglich auch Guaraná-Schokolade essen, wenn auch in kleinen Mengen.

Mai 2015

Soja und Isoflavone

Darf man Buben Sojaprodukte geben?

Ja, aber ohne zu übertreiben. Die Isoflavone sind Substanzen, die von Natur aus in bestimmten Pflanzen und insbesondere in Produkten auf der Basis von Soja wie Tofu, Soja-«Milch» oder sonstigen Soja-«Joghurts» enthalten sind. Wenn Isoflavone in grossen Mengen mit der Nahrung aufgenommen werden, haben sie im Organismus eine Wirkung, die der des Östrogens, eines weiblichen Hormons, ähnlich ist. Die positive oder negative Wirkung grosser Mengen Isoflavone ist nicht klar nachgewiesen. Aus Vorsicht empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit für Kinder und Jugendliche, Mädchen wie Buben, einen mässigen Konsum von Produkten auf der Basis von Soja (ein bis zwei Portionen pro Tag).
Produkte auf Sojabasis haben ihren Platz in einer ausgewogenen Ernährung. Der eiweissreiche Tofu kann Fleisch, Fisch oder Eier in einer Mahlzeit ersetzen. Hingegen sind Produkte wie Soja-Milch oder Soja-Joghurts, die an Milchprodukte denken lassen, nicht in jeder Hinsicht mit diesen gleichwertig. Auch wenn der Eiweissgehalt vergleichbar ist, enthalten die Produkte auf Sojabasis deutlich weniger Calcium als Milchprodukte.

 

März 2012