Blutverdünner und Vitamin K

Ich nehme Blutverdünner, muss ich nun auf Vitamin-K-reiche Produkte verzichten?

Vitamin K wird für die Bildung von Gerinnungsfaktorenbenötigt und spielt daher bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle. Da bei der Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten eine Verzögerung der Blutgerinnung erreicht werden soll, wirkt Vitamin K als Gegenspieler. Deshalb wird die Zufuhr von Vitamin K in Zusammenhang mit der Einnahme von Blutverdünnern immer wieder diskutiert und auf den Packungsbeilagen der Medikamente davor gewarnt. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass sogar eine sehr hohe Zufuhr von Vitamin K über die Ernährung (z.B. über Spinat, Blumenkohl oder Weisskohl) die Blutgerinnung nicht oder nur unwesentlich beeinflusst. Daher ist eine Einschränkung von Vitamin-K-reichen Lebensmitteln auch nicht nötig.
Vitaminpräparate mit Vitamin K sollten allerdings aufgrund der Gefahr einer möglichen Überdosierung gemieden, bzw. deren Einnahme mit dem zuständigen Arzt abgesprochen werden.

März 2011

Leber und Vitamin A

Soll ich auf Leber verzichten, weil diese zu viel Vitamin A enthält?

Die Leber kann verschiedene Nährstoffe speichern und diese dem Körper bei Bedarf zur Verfügung stellen. Besonders reich ist sie unter anderem an Retinol (Vitamin A), daher nimmt man durch den Verzehr von Leber eine grosse Menge davon auf. Pro 100 g enthält Kalbsleber ca. 11.4 mg, Rindsleber 4.18 mg und Schweineleber 11.5 mg Retinol-Äquivalenten (RE*).
Als unbedenkliche obere Zufuhrmenge für Erwachsene gelten 3 mg Retinol-Äquivalente täglich. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist es durchaus möglich gelegentlich Leber zu essen. Besondere Vorsicht ist allerdings in der Schwangerschaft geboten. Hohe Mengen Retinol können am Anfang einer Schwangerschaft teratogen sein, d.h. es kann zu Missbildungen beim Fötus kommen. Frauen, die schwanger werden möchten, sowie Schwangere bis Ende des 3. Schwangerschaftsmonats sollten deshalb keine Leber essen.
*Der Vitamin-A-Bedarf wird heute allgemein in Retinol-Äquivalenten (RE) definiert (1 RE = 1 μg Retinol oder 6 μg all-trans Betacarotin oder 12 μg andere Provitamin-A- Carotinoide)

Dezember 2016

Solarium und Vitamin D

Regen Solarien die Bildung von Vitamin D im Körper an?

Nein. Das lebensnotwendige Vitamin D wird in der Haut ausschliesslich mit Hilfe von UV-B-Strahlung gebildet. Im Solarium liegt aber nur ein Prozent der Strahlung als UV-B vor. Solarien eignen sich deshalb nicht, um die Bildung von Vitamin D im Körper anzuregen.

Das Vitamin D in unserem Körper stammt aus zwei unterschiedlichen Quellen: Es kann entweder über die Haut (endogen) aufgebaut oder durch die Nahrung zugeführt werden (exogen). Die UV-A- und UV-B-Strahlen gelangen bis zur Erdoberfläche, jedoch lösen nur die UV-B-Strahlen die Vitamin D-Bildung in der Haut aus. Hingegen sind sowohl UV-A- wie auch UV-B- Strahlen eine der Hauptursachen für die Entstehung von Hautkrebs. Im Solarium ist die Intensität der UV-Strahlen sehr hoch. Die UV-B-Strahlen sind vergleichbar mit derjenigen der Sonne an einem wolkenlosen Mittag im Hochsommer. Die UV-A-Strahlen, welche die Haut schnell altern lassen, sind jedoch um ein Vielfaches höher. Von einem Solariumbesuch ist also grundsätzlich abzuraten.

Die körpereigene Vitamin-D-Synthese übertrifft in der Regel die Vitamin-D-Zufuhr durch Lebensmittel. Das durch die Nahrung zugeführte Vitamin D stammt v.a. aus tierischen Produkten. Wichtige Lieferanten sind fetter Fisch (Hering, Lachs, Sardine), Eier und Milchprodukte. Ein Vitamin D-Mangel kann beim Kleinkind Rachitis (Knochenerweichung) und beim Erwachsenen eine Osteomalazie (Erweichung der normal entwickelten und ausgewachsenen Knochen) zur Folge haben. Deshalb ist für Personen mit einem ausgewiesenen Vitamin-D-Mangel eine Supplementierung in Absprache mit dem Arzt angezeigt.

Solarium

Oktober 2001, überarbeitet September 2011

Vitamin B12

Welche pflanzlichen Lebensmittel enthalten Vitamin B12?

Pflanzliche Organismen produzieren kein Vitamin B12 und enthalten es deshalb grundsätzlich auch nicht. Trotzdem werden im Internet oder im Handel pflanzliche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel angeboten, deren Vitamin-B12-Gehalt gepriesen wird. Es handelt sich insbesondere um Algen, Tempeh oder Sanddorn. In diesen Produkten wird Vitamin B12 von einigen Mikroorganismen produziert. Wenn eine Pflanze der natürliche Wirt dieser Mikroorganismen ist oder von diesen «kontaminiert» wird, kann sie Vitamin B12 enthalten. Das Problem dieser Vitamin-B12-Quellen ist, dass sie nicht verlässlich sind. Zum einen ist die Vitamin-B12-Menge nicht gesichert, denn es hängt von der Art, der Kultur und der Umwandlung der Pflanzen ab, ob solche Mikroorganismen vorhanden sind oder nicht. Zum anderen ist auch die Qualität dieses Vitamins B12 nicht gesichert. Es kann sich teilweise um ein sogenanntes analoges Vitamin B12 handeln. Das ist ein vom Körper nicht nutzbares Vitamin, das zudem den Stoffwechsel des «guten» Vitamins B12 beeinträchtigt. Ein gesunder Mensch, der nicht auf Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Lebensmittel zurückgreifen will, kann seinen Vitamin-B12-Bedarf nur durch regelmässigen Verzehr von Fleisch, Fisch, Eiern oder Milchprodukten decken. Wer ganz auf den Verzehr tierischer Produkte verzichtet, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12 zu sich nehmen.

März 2015

Vitamin PP

Können Sie mir sagen, was Vitamin PP ist?

Vitamin PP ist eine veraltete Bezeichnung für das Vitamin Niacin. Die Abkürzung PP steht für «pellagra preventing». Pellagra ist eine Niacinmangelerkrankung. Sie äussert sich durch raue Haut, Durchfall, Appetitlosigkeit sowie Verwirrung und Demenz.

Auch weitere Vitamine wurden früher anders bezeichnet. Manche dieser Bezeichnungen geistern aber noch heute durch die Literatur:

Aktuelle Bezeichnung Veraltete Bezeichnung
Vitamin A / Retinol  
Vitamin B1 / Thiamin  
Vitamin B2 / Riboflavin  
Niacin Vitamin PP, Vitamin B3
Pantothensäure Vitamin B5
Vitamin B6 / Pyridoxin  
Biotin Vitamin H
Folsäure Vitamin B9
Vitamin B12 / Cobalamin  
Vitamin C / Ascorbinsäure  
Vitamin D / Cholecalciferol  
Vitamin E / Tocopherol  
Vitamin K / Phyllochinon

Januar 2017

Vitamin-D-Mangel

Mein Arzt hat bei mir einen Vitamin-D-Mangel diagnostiziert und ein Supplement verschrieben. Kann ich diese Vitamin-D-Tropfen durch den Konsum einer mit Vitamin D angereicherten Milch ersetzen?

Nein, die mit Vitamin D angereicherten Nahrungsmittel gestatten es nicht, die einer Supplementierung entsprechende Dosis zu erreichen. Laut Schweizer Gesetzgebung darf eine Tagesration eines angereicherten Nahrungsmittels nicht mehr als 5 μg Vitamin D enthalten. Im Fall der Milch ist die Tagesration auf 500 ml festgelegt. Da die für Erwachsene empfohlene Vitamin-D-Zufuhr 15 μg (20 μg ab dem Alter von 60 Jahren) pro Tag beträgt, deckt ein halber Liter Milch nur ein Drittel beziehungsweise sogar nur ein Viertel des täglichen Bedarfs.

Mai 2015

Vitamintabletten

Sind Vitamintabletten sinnvoll?

Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper ausreichend mit allen Nährstoffen, die er braucht. Deshalb sind Vitamin- und Mineralstofftabletten in der Regel nicht nötig. Es gibt aber Ausnahmen: In bestimmten Situationen (z.B. Schwangerschaft) oder bei Krankheit können Nahrungsergänzungsmittel und Supplemente nach Absprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin sinnvoll sein. Eine weitere Ausnahme betrifft das Vitamin D, welches in Lebensmitteln zu wenig enthalten ist. Hier hilft ein regelmässiger Aufenthalt im Freien. Mit Hilfe des Sonnenlichtes kann die Haut Vitamin D selbst bilden. Manchmal reicht die körpereigene Synthese aber nicht aus und Vitamin D muss zusätzlich zugeführt werden. Siehe dazu Frage zu Vitamin D

Dezember 2013