Die Mitgliederversammlung der SGE wurde am 8. Juni 2022 im Impact Hub Bern durchgeführt. Dabei wurden die Jahresrechnung 2021 sowie das Budget 2022 verabschiedet. Mit Gabi Fontana und Ursula Zybach verlassen zwei langjährig Vorstandsmitglieder die SGE. Der Vorstand bedankt sich bei beiden für den grossen Einsatz, den sie für den Verein geleistet haben. Neu gewählt wurden Adrian Rufener, Präsident des Schweizerischen Verbands der Ernährungsberater/innen SVDE, sowie Sabine Rohrmann, Leiterin kantonaler Krebsregister am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich. Zudem ist sie Leiterin einer Arbeitsgruppe zu Ernährungsepidemiologie.

Round Table Nutri-Score
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand ein spannendes Round Table-Gespräch zum Thema Nutri-Score statt.

Der Round Table unter der Moderation von Ursula Zybach, Präsidentin Public Health Schweiz, bestand aus einer prominent besetzten Runde. Mit Liliane Bruggman, Leiterin Fachbereich Ernährung beim BLV, Josianne Walpen, Bereich Ernährung beim Konsumentenschutz, Stéphanie Collier, Nutrition & Sensory Evaluation Manager bei Nestlé Schweiz, Annina Waser, Leiterin Bereich Ernährung & Gesundheit der Migros und Annette Matzke, Mitglied Arbeitsgruppe Food Labelling bei der Allianz Ernährung und Gesundheit waren sämtliche Interessenvertretende an der Diskussionsrunde eingeladen.

Liliane Bruggmann ging darauf ein, dass aktuell die zweite Phase in der Verbreitung und Aufklärung zum Nutri-Score laufe. Es gehe darum, diesen bekannt zu machen, das Verständnis und die Kompetenzen für den Nutri-Score bei der Bevölkerung zu fördern. Annina Waser betonte, dass es wichtig sei, dass Konsumentinnen und Konsumenten den Nutri-Score aktiv auf den Produkten fordern, um den diesen weiterzuverbreiten und schneller in den Markt einzuführen.

Josiane Walpen ging im Anschluss auf ein weiteres wichtiges Thema ein. Sie führte aus, dass der Konsumentenschutz, die Fédération romande des consommateurs und Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana in diesem Zusammenhang Kinderprodukte untersucht haben. Dabei sei aufgefallen, dass zahlreiche Marketingtrinks angewendet werden, um diese vielfach ungesunden Produkte zu bewerben. Der Nutri-Score könne dabei helfen, dass Konsumentinnen und Konsumenten diese Produkte besser einschätzen können.

Annette Matzke bestätigte dies im Kontext Convenience Produkte. Sie erklärte weiter, dass einzelne Unternehmen Hemmungen haben, den Nutri-Score auf ihren Verpackungen zu publizieren, weil es ihre Produkte schlechter dastehen lasse. Es brauche auf allen Ebenen mehr Verständnis und Aufklärung rund um den Nutri-Score, sowohl für die Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch auf Seiten der Industrie.

Einheitlich sehen die Teilnehmenden der Gesprächsrunde in der SGE ein geeignetes Sprachrohr, um über Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Bevölkerung zu erreichen, und im Zuge dessen angepasst je nach Zielgruppe Informationen über den Nutri-Score zu verbreiten.